Skitouren und die Lawinengefahr
Obwohl das Bahnnetz hinauf zu den höchsten und schönsten Gipfeln der Berge Deutschlands sehr gut ausgebaut ist und immer noch weiter ausgebaut wird, verlangt man mehr und mehr nach Skitouren in eine glitzernde, tiefverschneite Winterlandschaft hinauf und in raschen Abfahrtlauf eine anspruchsvolle und interessante Piste wieder hinunter. Gleichgültig ob es sich um den Bayrischen Wald, die Bayrischen Voralpen oder die Chiemgauer Alpen handelt, Skitouren bieten mit ihren vielen verschiedenen Facetten immer wieder neue Herausforderungen. Beginnend mit Einsteigertouren wie der Aufstieg zum Rauhkopf in den Bayrischen Voralpen mit seinem geringen Höhenunterschied, über den anspruchsvolleren Großen Traithen im Sudelfeld des Mangfallgebirges mit seinen 1.852 Höhenmeter, den beliebtesten Berg für fortgeschrittene Touren oder auch die steile Firnrinne im Wilden Kaiser, die eine Spezialtour unter den Skitouren aufgrund der Kombinationen Skitour/Bike und Skitour/Klettern darstellt, erfreuen sich alle Skitouren und Skitourengebiete wachsender Beliebtheit.
Allerdings kann ein nicht vorbereiteter Ausflug schnell einmal gefährlich werden. Voraussetzungen für eine risikoarme und genussvolle Skitour sind eine gute Ausdauer, Kondition und Lauftechnik. Das richtige Ziehen des Skiers und die Spitzkehren wollen geübt sein und erfordern Koordination und einen funktionierenden Gleichgewichtssinn. Kenntnisse in Lawinenkunde und bei der Hilfe für Skifahrer in Not sowie bei der Verschüttetensuche mittels eines Verschüttetensuchgerätes, Schaufel und Sonde, sind sich dringend anzueignen.
Eine der Tour entsprechende Ausrüstung rundet das Gesamtpaket ab. Tourenskimodelle stellen einen Kompromiss zwischen dem Tragen von geringem Gewicht während des Aufstiegs und einem gewissen Spaß bei der Abfahrt dar. Für breite Skier, die das Fahren im Tiefschnee und viel befahrenem Gelände leicht machen, kann man zuzuschneidende, anklebbare Skiefelle erhalten, um sie so für Touren geeignet werden zu lassen. Robuste Tourenbindungen kann man problemlos entsprechend des Aufstiegs oder der Abfahrt einstellen. Beim Schuh ist einzig und allein die Passform ausschlaggebend, und bei den Stöcken muss auf breite Teller geachtet werden, damit die Stöcke nicht im Schnee verschwinden. Ein absolutes Muss ist allerdings ein Suchgerät für Lawinen-Verschüttungsopfer. Neuere Geräte besitzen meistens mehr als zwei Antennen und können somit die genaue Richtung des Verschütteten angeben.
Bei großen Mengen von Neuschnee im Gebirge erhöht sich die Lawinengefahr drastisch. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf den ersten sonnigen Tag nach einer Schlechtwetterfront. Sollte es zudem während des Schneefalls auch noch windig sein, kann der Schnee verwirbelt und im Windschatten angereichert und so zu einer Lawinengefahr werden. Andauernde Tiefstemperaturen und das Frühjahr mit kräftiger Sonne erhöhen das alljährliche Lawinenrisiko. Eine von einem staatlich geprüften Guide geführte Tour ist oftmals eine Überlegung wert